Große Erpeler Karnevalsgesellschaft 1905 e.V.

Chronik

Teil IV: Humoristen-Gesellschaft "Fidel"

Teil IV: Humoristen-Gesellschaft "Fidel"

Zur weiteren Tradition und Aktivierung des Erpeler Karnevals muss ein Ereignis im Jahre 1909 gezählt werden.

Am 5. Februar 1909 (also zur Karnevalszeit) gründete man die Humoristen-Gesellschaft "Fidel", die sich vornehmlich die Organisation der Karnevalszüge nach Kölner Vorbild zum Ziel gesetzt hatte. Jetzt erschienen in Erpel die ersten großzügig gebauten Karnevalswagen mit entsprechenden Fußgruppen. Nicht selten wurden hier Begebenheiten aus dem dörflichen Leben, auch mit verstohlener Ironie auf einzelne Bürger - jedoch immer humorvoll - dargestellt.

Diese heiteren Satiren und Neckereien griffen nicht selten als "närrische Außenpolitik" auch auf Nachbargemeinden über. Im Zeichen des Karnevals wurden diese närrischen Freiheiten allgemein aber mit Humor und Schmunzeln aufgenommen.

Unterbrochen durch den Ersten Weltkrieg lebten in den zwanziger
Jahren die Karnevalsbräuche in Erpel mit dem Straßenkarneval und mit Maskenbällen wieder auf. Träger waren hier der Theaterverein und die Humoristengesellschaft "Fidel". Erpel - in der neutralen Zone gelegen - wurde bei den Maskenbällen auch von Besatzungstruppen aus Remagen, obwohl verboten, gerne besucht. So lernten nicht nur Amerikaner und Franzosen, sondern auch Truppen aus den früheren Kolonialländern den Erpeler und damit den rheinischen Karneval kennen.